„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ – Theaterbesuch in Halberstadt

Schülerinnen und Schüler der Q1 am Gymnasium Anna-Sophianeum Schöningen erleben „Die Dreigroschenoper“ nicht nur im Unterricht sondern auch live im Theater.

Am Montag, den 16. März 2026, fuhren die Schülerinnen und Schüler des Kurses Darstellendes Spiel von Frau Lobach und des Deutsch-Leistungskurses von Frau Ostermeyer, beide Q1 am Gymnasium Anna-Sophianeum in Schöningen, zum Harztheater nach Halberstadt. Passend zum Unterrichtsthema: Bertolt Brecht und das Epische Theater besuchten sie „Die Dreigroschenoper“.

Zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schüler von der Hausregisseurin Frau Vogtenhuber-Freitag eine kurze Einführung in das Stück. Es wurden wichtige historische und biografische Hintergründe zu Brecht und den 1920er Jahren sowie zentrale Aspekte der Handlung des Stückes erklärt. Dadurch wurden alle auf die Aufführung vorbereitet. Der Kurs Darstellendes Spiel, welcher der erste Abiturprüfungskurs am Gymnasium Anna-Sophianeum darstellt, hatte sich im Unterricht mit dem Inhalt der Oper und Brechts besonderen Inszenierungstechniken bereits beschäftigt. Sodass durch die Einführungsveranstaltung vor allem der Blick auf die theatralen Gestaltungsmittel geschärft wurde.

Schon zu Beginn der Inszenierung wurde ein Überraschungseffekt eingesetzt. So begann die erste Szene nicht wie sonst üblich mit dem typischen allseits bekannten Song „Und der Haifisch, der hat Zähne“, sondern mit einer Gesprächsrunde, in der verschiedene 1920er Jahre-typische Aspekte wie schöne Kleider, wichtige Persönlichkeiten usw. zusammengetragen wurden. Schnell wurde deutlich, dass das oft stilisierte Image dieses Jahrzehnts in Kontrast zur historischen Realität steht. Nach dem Auftakt, der bereits zum Nachdenken anregte, erklangen die ersehnten Töne des Vorspiels zur Moritat von Mackie Messer gespielt vom Orchester. Dieses befand sich im Orchestergraben und wurde vom Chefdirigenten und Intendanten des Harztheaters, Herrn Rieger, persönlich geleitet. Die Schülerinnen und Schüler des Darstellendes Spiel-Kurses sangen dabei sogar leise mit. Sie kannten den Text aus ihrer letzten Klausur, in der sie selbst eine Inszenierung dieses Songs vornahmen.

Die Darstellung der Figuren, die pragmatischen Kulissen und einfachen Brecht-typischen Requisiten, wie ein weißes Sofa auf Rollen oder ein Glaskasten als Gefängnis, aber auch die eingängigen musikalischen Elemente trugen dazu bei, die Handlung spannend und anschaulich zu gestalten- episch eben.

Die Schülerinnen und Schüler waren von der Aufführung begeistert. „Das Stück war nicht schön, aber hervorragend inszeniert.“ sagte Finja Mielnik. Leonie Bruns ergänzte: „Mein Gänsehaut-Moment war der, als alle Schauspielerinnen und Schauspieler rund um das Publikum standen und gemeinsam im Chor sangen.“

Der Theaterbesuch war ein voller Erfolg und nicht nur eine Abwechslung, sondern auch eine inhaltliche Ergänzung zum Unterricht, die die Begeisterung für Theater und Literatur weiter intensivierte.