Kategorie: Geschichte

Forschen, staunen und entdecken – der Schnuppertag 2026 am Gymnasium Anna-Sophianeum

Rund 150 neugierige Viertklässlerinnen und Viertklässler waren heute bei uns zu Gast und erlebten einen lebendigen, abwechslungsreichen und rundum gelungenen Vormittag. Nach einer schwungvollen musikalischen Begrüßung durch die Bläserklasse 5bl unter Leitung von Frau Ecksturm-Rudd ging es direkt los. Unsere Patenschüler nahmen die Kinder mit auf eine spannende Reise durch unsere Schule.

Ob beim Experimentieren in Physik und Chemie, beim Eintauchen in fremde Sprachen oder auf Schatzsuche – überall wurde gestaunt, ausprobiert und gelacht.

Fazit des Tages: Viele neue Eindrücke, strahlende Gesichter und ganz viel Begeisterung. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen!

Zeitzeugenbesuch am Gymnasium Anna-Sophianeum

Nachfahren einer jüdischen Familie aus Schöningen berichten über ihre Geschichte

Ein besonderer Besuch mit großer historischer und persönlicher Bedeutung fand am Gymnasium Anna-Sophianeum statt. Ronald und Thomas Cohen, Nachfahren einer jüdischen Familie aus Schöningen, kehrten in die Heimatstadt ihrer Eltern zurück. Ihre Familie war während des Nationalsozialismus verfolgt worden; für die ermordeten Angehörigen wurden Stolpersteine verlegt. Über diese Erinnerungsarbeit entstand der Kontakt zum „Arbeitskreis Stolpersteine“, aus dem sich eine Freundschaft entwickelte.

Im Rahmen ihres Besuchs in Schöningen standen Ronald und Thomas Cohen als Zeitzeugen den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Anna-Sophianeum sowie der eingeladenen befreundeten Schulen, der Eichendorffschule (Hauptschule) und der Realschule Schöningen, zur Verfügung. Die gemeinsame Teilnahme aller drei Schulen unterstreicht die Bedeutung historischer Erinnerung und Demokratiebildung in der Region.

„Die Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Stolpersteine ist für uns ein wichtiges Anliegen, um die Erinnerung an die Schicksale ehemaliger Mitbürgerinnen und Mitbürger lebendig zu halten“, betont Bengt Hagelstein, stellvertretender Schulleiter des Anna-Sophianeums. „Es ist eine wertvolle Gelegenheit, den Schülerinnen und Schülern Geschichte durch persönliche Berichte näherzubringen. Gerade der direkte Kontakt mit Zeitzeugen macht die Vergangenheit greifbar und hilft auch, demokratische Werte zu vermitteln.“

Der Besuch von Ronald und Thomas Cohen zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, Geschichte nicht nur aus Büchern zu lernen, sondern durch persönliche Begegnungen zu erleben. Der Vortrag und die sich anschließende Fragerunde mit den beiden Gästen hinterließ bei den Schülerinnen und Schülern einen bleibenden Eindruck und vertiefte ihr Verständnis für die jüdische Geschichte Schöningens sowie für die Verantwortung, die Erinnerung wachzuhalten.

Das Gymnasium Anna-Sophianeum bedankt sich herzlich bei den Gästen sowie beim Arbeitskreis Stolpersteine für die langjährige Zusammenarbeit und das Engagement in der Erinnerungsarbeit.

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus

„Ich spreche für alle, die man umgebracht hat. (…)
Meine Aufgabe ist es, euch eine Warnung zu geben,
euch die Hand zu reichen, damit ihr die Zeitzeugen sein könnt,
die wir nicht mehr lange sein können. (…)
Ihr müsst dafür sorgen, dass sowas nicht passiert.“
Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer (*1921), im Jahr 2021

Nie wieder ist jetzt – unter diesem Motto fand im Zuge des jährlichen Holocaust-Gedenktages am 27. Januar eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus in der Pausenhalle unserer Schule statt, an der die Schüler:innen der 10. Klassen teilnahmen.

Eingeleitet wurde diese Veranstaltung von zwei Schülerinnen der 10a, Nora Schulze und Finja Mielnik, die eine selbstgeschriebene, bewegende Rede hielten und dabei die Wichtigkeit unserer Erinnerung und unseres Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus unter-strichen. Die Social Media-AG, unter der Leitung von Herrn Kück, leistete einen Beitrag in Form eines Videos, das einerseits über die Vernichtungs- und Konzentrationslager in Europa informieren, andererseits den zahllosen Opfern auch ein Gesicht verleihen sollte. Eindrücklich untermauert wurde die Präsentation durch von Schüler:innen selbst eingesprochenen Audio-Dateien, deren Grundlage Originalbriefe und Aufzeichnungen sowohl von Todesopfern als auch von Überlebenden waren. Manfred Saak vom Arbeitskreis „Stolpersteine und Gedenkarbeit“ aus Schöningen, hielt im Anschluss einen Vortrag über die damals in Schöningen lebende jüdische Gemeinde, von denen die meisten entweder in Konzentrationslagern getötet wurden oder bis heute verschollen sind. Nach einzelnen Gedenksprüchen, die von einzelnen Schüler:innen des Religionskurses von Frau Fricke-Latowska vorgetragen wurden, endete die Veranstaltung mit einer  gemeinsamen Schweigeminute und Kranzniederlegung. Nun hatten die Schüler:innen die Gelegenheit, auch hier mit dem Entzünden eines Erinnerungslichtes kurz innezuhalten.

Der Kranz wurde im Anschluss von einer Delegation auf den Friedhof in Schöningen gebracht und dort vor dem Gedenkstein für die Mitglieder der jüdischen Gemeinde platziert.

Wir bedanken uns vor allem bei Frau Schiller für die hervorragende Planung und Umsetzung des Projektes, dem Arbeitskreis „Stolpersteine und Gedenkarbeit“, der Social Media-AG, den Schüler:innen des Religionskurs von Frau Fricke-Latowska, Frau Köhler, Herrn Wroblewski, Herrn Warmbold, Nora Schulze und Finja Mielnik aus der 10a und allen Unterstützer:innen für diese wirklich bewegende und wichtige Veranstaltung.

F. Kück

Stolpersteinputztag des Gymnasium Anna-Sophianeum zum Gedenken an den 9. November

Am 9. November 1938 kam es zu vom nationalsozialistischen Regime organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahmen gegen Juden in Deutschland und Österreich. Dabei wurden im ganzen Reichsgebiet mehrere hundert Juden ermordet, viele nahmen sich im Zuge der Ereignisse das Leben. Etwa 1400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden hin zu ihrer systematischen Ermordung.

In Schöningen wurde das Erinnern an die Mitbürgerinnen und Mitbürger, die der Gewalt in den Folgejahren zum Opfer fielen, Stolpersteine gesetzt. Allen Opfern wurde damit ein Ort des Erinnerns an ihrem letzten normalen Wohnort gegeben.

Die Stolpersteine bestehen aus Messing. Im Laufe des Jahres verliert diese Metallschicht den Glanz, die Steine nähern sich dem Farbton des Bodens an und werden unscheinbar. Am 9. November, dem Gedenktag der Pogrome, werden sie im Rahmen kleiner Gedenkveranstaltungen gereinigt und poliert und erstrahlen wieder im ursprünglichen hellen Farbton. Symbolisch wird dabei das Erinnern aufpoliert, durch das Erstrahlen wird der Erinnerungsort wieder sichtbar.

Nach dem Ende der eigentlichen Stolpersteinverlegungen wurde den Schulen der Stadt die Übernahme von Stolpersteinpatenschaften angeboten. Das Gymnasium Anna-Sophianeum hatte die Verlegungen über viele Jahre stets begleitet und war auch hier sofort bereit, diesen neuen Aspekt in die Erinnerungsarbeit einzubauen. Nachdem die Coronaphase die Erinnerungsarbeit stark in ihren Möglichkeiten beschränkt hatte, war in diesem Jahr wieder eine Aktion möglich. Schüler:innen des Geschichtskurses von Herrn Hagelstein übernahmen stellvertretend für die Schulgemeinshaft die Aufgabe, den Steinen den Glanz wiederzugeben und reinigten die Steine in der Niedernstraße und vor dem Heimatmuseum. Dabei wurden zu allen Personen, an die die Steine erinnern, Informationen zu ihrem Leben und Leiden vorgetragen.